Traunstein. Der Verein Bairische Sprache und Mundarten Chiemgau-Inn e.V.  (BS) traf sich zur Jahreshauptversammlung im „Sternbräu“ in Traunstein. Der kommissarische Vorstand Hans Schupfner  hieß alle Mitglieder und Interessenten willkommen, besonders auch die Abordnung des FBSD Rupertiwinkel, Marianne Hauser, und Rupert Wörndl vom Heimat- und Kulturverein Frasdorf. Ein kurzes Gedenken galt den gestorbenen Mitgliedern.

Hans Schupfner rollte in seinem Jahresbericht die Veranstaltungen und Aktivitäten des letzten Vereinsjahres auf mit Sternschnuppe-Familienkonzert in Palling, Vorträge vom Stellvertretenden Vorsitzenden Gustl Lex, teils in Zusammenarbeit mit dem Heimat- und Kulturverein Frasdorf, Jahresversammlung mit Neuwahlen, Vereinsausflug zum  „Mühldorfer Jagdmusseum“

Mitwirkung mit einem Stand beim „Neiädinger Trachten- und Handwerkermarkt“, ebenso im Haberkasten Mühldorf mit einer Präsentation des Vereins BS. Weiters informierte Hans Schupfner über Aktivitäten zum „Tag der Muttersprache“, über den Erhalt von 50 Exemplaren „Isental Protokolle“, über ein gemeinsames Singen mit Ernst Schusser in Burgkirchen, vom Mundartdichter-Treffen im Porsche Traumwerk Anger, über Digitalisierungsmaßnahmen im Internetauftritt des Vereins und über Werbeaktionen.

An der Neuauflage des Buches „So werd gredd“, durch Autor Hans Müller in Laufen und dem FBSD  beteiligt sich der Verein mit einem großzügigen Geldbetrag.

Der ehemalige Vorsitzende des BS, Rudi Mörtl, hat mit einer Arbeitsgruppe das Faltblatt neu gestaltet, es ist inzwischen mit einer Auflage von 2500 Stück gedruckt. Michael Heindlmeier ist dabei, die Homepage zu aktualisieren und neu  zu gestalten. Ausserdem ist der BS beteiligt an der Dialektuntersuchung „drent und herent“ zusammen mit dem FBSD.

Bereits in  diesem Jahr war der BS vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege nach Ingolstadt zu einem Treffen der Dialektvereine wegen des Aufbaus einer gemeinsamen Internetplattform eingeladen. Zum Tag der Muttersprache am 21. Februar wurden Hans Schupfner und Gustl Lex unabhängig voneinander von Redakteuren einer Regional-Zeitung interviewt mit nachfolgenden Presseberichten über den BS. Die gemeinsame Werbeaktion mit der Schlossbrauerei Stein nehme Formen an, sagte Hans Schupfner.

Geplant sind eine Veranstaltung in Burgkirchen mit den bekannten Schauspielern Heinz-Josef Braun und Stefan Murr, eine Beteiligung beim „Neiädinger Trachten- und Handwerkermark“, eine Veranstaltung im „NUTS“ mit einer Lesung von Werner Meier aus seinem Buch „7 Küah, 8 Kinder, 40 Knödel und 1 Kanapee“. Gustl Lex hat wieder einige Veranstaltungen auf  Boarisch, wo er auch den BS präsentiert. Weitere Ideen gelten einem Vereinsausflug und Veranstaltungen mit einem Kindergarten. Hans Schupfner appellierte an die Mitglieder, aktiv am Vereinsleben mitzuwirken. Dazu dürfen sich Interessenten gerne an einer Vorstandssitzung beteiligen.

Kassier Hans Schupfner trug einen tadellos geführten Kassenbericht vor. Schorsch Schützinger und Gudrun Perchermaier hatten die Kassenprüfung vorgenommen und den Mitgliedern die Entlastung vorgeschlagen, die einstimmig gewährt wurde.

Rupert Wörndl übermittelte Grüße vom Heimat- und Kulturverein Frasdorf und hob hervor, es freue ihn, dass Gustl Lex jedes Jahr einen heimatkundlichen Vortrag in Frasdorf  halte. Dieses Jahr gehe es am 21. März um 21.30 Uhr um den Georg Hutzenauer, den berühmten „Eisenberger“ von Ruhpolding, der als Politiker in Berlin vehement seine Heimat vertreten hat.

Die Stellvertretende Vorsitzende des FBSD, Marianne Hauser, hob die gute Zusammenarbeit mit dem BS hervor und wies auf das Liederbuch für Kindergärten hin „Sepperl, Schnebepperl“. Sie dankte für die große Beteiligung an der Unterschriftenaktion für den Dialekt zur Einreichung mit einem Antrag des FBSD beim Europarat, Bairisch als Immaterielles Kulturerbe zu schützen. Ausserdem wies sie hin auf den Regionaltag in Traunstein am 19. Juli.

Rudi Mörtl ging auf die Mitgliederzeitung ein und dankte allen, die sich regelmäßig oder sporadisch mit Beiträgen daran beteiligen. Er rief die Mitglieder auf, Reaktionen und auch selbst Textbeiträge zu liefern.

Der Stellvertretende Vorstand Gustl Lex dankte abschließend dem kommissarischen Vorstand Hans Schupfner für seine Vereinsarbeit, auch als Kassier.

Das Musikanten-Duo „De Zwee“ untermalte die Veranstaltung zwischendurch immer wieder mit sehr ansprechender Musik auf Ziach (Hans Zunhammer) und   Gitarre (Albert Huber), darunter mit der „selbergmachten Musi“ „Mei Bayernland“.

Gust Lex brachte die Zuhörer zum Lachen mit seinen humoristischen Beiträgen mit „Orientierung auf Boarisch“ und „Boarisch-Kurs für Anfänger“ und anderem.  Er meinte, die Bayern seien gern „Stubenhocker“, sie mochten früher lieber Ackerbau und Viehzucht als große Reisen, lieber Wallfahrten als Kriege. Er hatte noch so manche Gschichtln über die Bayern parat und gipfelte mit der Erkenntnis „Reisen bildet“, wobei er eine kaum glaubliche Geschichte von einer unvorhergesehenen Zugfahrt von Bergen nach Prien beschrieb.

Bericht: Christa Waldherr