Am 21.02.2018 wurde im Paul-Gerhardt Kindergarten der Tag der Muttersprache gefeiert. Mitarbeiterinnen und Kinder trugen teilweise ihre Landestracht. Zu Beginn des Tages erzählte uns Pfarrerin Andrea Klopfer in einer kleinen Andacht etwas über verschiedene Sprachen . „Gott hat uns alle lieb“. Diesen Satz lernten wir sogar in drei verschiedenen Sprachen. In den einzelnen Erlebnisräumen wurden spezielle Projekte zum Tag der Muttersprache angeboten. Kinder im Erlebnisraum Rollenspiel buchten im Reisebüro eine Reise in ein fremdes Land und im Kinderrestaurant wurden Spezialitäten aus verschiedenen Heimatländern angeboten. (schwäbische Kipferl, bayerische Fleischpflanzerl mit Kartoffelsalat, Heringe, russische Pfannkuchen usw.) Im Atelier wurde die Familie mit Ihren verschiedenen Muttersprachen gezeichnet. Die Maxikinder erfuhren wie viele Kinder eine russische Matrioshka-Puppe im inneren versteckt und hörten dazu passend ein Lied und eine Geschichte. In der Bewegungsbaustelle wurde der bayerische“ Kickeriki“ getanzt und ein bayerisches Lied gesungen. Eine Mitarbeiterin zeigte den Kindern wie sich ein richtig fesches Dirndl draht und ein Bub konnte sogar Schuaplattln. Der Besuch des Kamerateams der Inn-Salzach-Welle war für uns alle sehr aufregend und der Höhepunkt dieses sehr schönen Tages. Man sah das leuchten in den Augen von Kindern und Mitarbeiterinnen wenn Sie in Ihrer Muttersprache sprachen und es ging einem das Herz wieviel Freude es allen bereitete den Tag der Muttersprache zu feiern.

 

Martina Frank, Kindergartenleitung Paul-Gerhardt-Kindergarten

Döberl und Hasinger

ein bairisches Musikkabarett zum Tag der Muttersprache

Die Gemeindebibliothek Burgkirchen a. d. Alz und der „Verein Bairische Sprache und Mundarten Chiemgau-Inn“ veranstalteten gemeinsam das Musikkabarett „Bissig-boshafter Bayern-Folk“ im Lesecafé der Bücherei. Thomas Geigenberger von der Bücherei begrüßte erfreut über den guten Besuch die Gäste, die durchwegs nicht dem allgemeinem „Bayernklischee“ entsprachen. Franz Eckl vom „Verein Bairische Sprache“ begrüßte das Publikum „auf guat Boarisch“, erzählte einiges über den Verein und warb für unsere Sprache.

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Kulturgut bairische Sprache soll lebendig bleiben Vorlesewettbewerb an der Comenius-Schule am "Internationalen Tag der Muttersprache" In Töging wird noch richtig "boarisch gredt": Diese Erkenntnis hat der Vorlesewettbewerb am Mittwochvormittag an der Comenius-Schule gebracht. Initiiert hatte das Mundartlesen am "Internationalen Tag der Muttersprache" unser Töginger Vereinsmitglied Ernst Müller − gemeinsam mit Martina Scherff, Lehrerin der 7. Klasse. Seit 2009 zähle der bairische Dialekt zu den gefährdeten Sprachen – in zwei Jahrzehnten werde es nach Expertenmeinungen keine bairische Mundart mehr geben, erklärte Müller den anwesenden rund 120 Schülern in der Aula. Der "Verein bairische Sprache und Mundarten Chiemgau-Inn e.V.", habe es sich zur Aufgabe gemacht, das "Kulturgut Bairisch" als Umgangssprache zu erhalten: "Ihr sollt die nächste Generation sein, die noch die Muttersprache redet!" Zwölf Vorleser, jeweils drei Schülerinnen und Schüler aus den vier Jahrgangsstufen der Schule, durften Texte in bairischer Sprache vorlesen.

v. links : Yassim Cavus; Philip Buchberger;
Joussef Mousa Cheikh

Angefeuert wurden die vier Lesegruppen lautstark von den Mitschülern mit dem Ruf "3, 2, 1 – boarisch!". Die Fünft- und Sechstklassler hatten als Lesevorlage "A Bazi-Gschicht in siem Draddsereien" – in der hochdeutschen Urfassung sind es Wilhelm Buschs sieben Streiche von Max und Moritz – zu meistern. Autor Dr. Hans Göttler führte mit dieser Mundart-Version den Reichtum und die Schönheit der bayerischen Sprache, mit Ausdrücken wie "Bodschampal", "Wehdam" oder "Falottn" vor Augen. Bemerkenswert: Unter die Vorleser reihten sich die Sechstklassler Yassim Cavus und Joussef Mousa Cheikh ein. Cavus ist in Deutschland geboren, hat aber marokkanische Wurzeln. Er war kurzfristig für einen erkrankten Klassenkameraden eingesprungen. Mousa Cheikh hingegen kam mit seiner Familie aus Syrien. Beide Buben lieferten eine glänzende Leistung und lasen ihre Texte gleich allen anderen Vortragenden im Stile von "Urbayern". Die Siebt- und Achtklassler hatten Auszüge aus Toni Lauerers Buch "I bin’s wieder" als Aufgabe.

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In der Grabenstätter Schule hat Bairisch seinen Platz

Das „Brettl“ kommt von den Brettern die die Welt bedeuten und ist in Bayern durchaus ein üblicher Begriff für Bühne, Kabarett und Theater. „Gromstätt“ ist der Ort „Grabenstätt“ etwas östlich vom Chiemsee gelegen und in der Nähe der Autobahn von Salzburg nach München. Die „Schui“, das ist die Grundschule in Grabenstätt. Eine Besonderheit dieser Schule ist ihre Leiterin Josefine Brunnhuber und ihr Engagement für die Bairische Sprache. So ist die Schule schon durch die „Zauberflöte auf Bairisch“ und das Musiktheater „Schuihof-Gschroa“ aufgefallen.

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Schnaitsee. "Hobt’s mi?", rief Professor Rowley gleich zu Beginn seines Vortrags ins Publikum. Der bekannte Sprachforscher mit englischen Wurzeln hat rund 180 Besucher in den Festsaal des Schnaitseer "Wirths" gelockt. Ein Drittel davon waren Auswärtige, kein Wunder, denn Rowley ist bayernweit bekannt durch die Sendung "Wir in Bayern", wo er bisher noch keinem Anrufer die richtige Lösung ("Host mi?")schuldig geblieben ist über die Bedeutung der schwierigsten Mundartwörter, nicht nur der altbairischen, sondern auch der fränkischen und schwäbischen – die gehören ja schließlich auch zu Bayern. Und so stellte Heimatvereins-Vorsitzender Reinhold Schuhbeck den Zuhörern gleich zu Beginn in Aussicht, selber am Ende des Vortrags den Herrn Professor mit ausgefallenen Wörtern testen zu können. Dass Rowley überhaupt von Augsburg ins entlegene Schnaitsee fand, ist dem Verein für bairische Sprache Chiemgau zu verdanken. Fünf Musikanten vom Musikverein trugen mit ihrer feinen bairischen Tanzlmusik das Ihrige zum Gelingen des Abends bei.

Prof. Rowley: Mit launigen Wortbeispielen begeisterte  
er das Schnaitseer Publikum

Zu Beginn stellte der Redner klar, dass Bairisch kein Dialekt, sondern eine Sprache ist, durch die sogenannte Lautverschiebung zu unterscheiden von der niederdeutschen, sprich norddeutschen Sprache. Zahlreiche Beispiele machten diese Aussage verständlich, und die Zuhörer beteiligten sich mit Vergnügen beim Ausprobieren der unterschiedlichen Aussprachen. Mit Hilfe von Landkarten klärte er die Schnaitseer darüber auf, dass sie hart an einer Sprachgrenze leben und dass dabei der Inn die ungefähre Linie zwischen einem westlichen und östlichen oberbairischen Sprachraum ist. Dabei fragte er immer wieder die Zuhörer, wie sie das eine oder andere Wort aussprechen. Woher weiß der Professor eigentlich, wie die Schnaitseer, Wasserburger oder Laufener ihr Bairisch sprechen? Das hängt mit den Fragebögen zusammen, welche die Akademie der Wissenschaften seit über 100 Jahren an ehrenamtliche lokale Sprachforscher im ganzen Land verschickt. Für Schnaitsee waren das bisher die Hauptlehrer Josef Schäffler und Ludwig Mair, von denen Beispiele gezeigt wurden. Und so war Rowley hocherfreut, als eine Schnaitseerin mit Peterskirchner Wurzeln sich bereit erklärte, diese Arbeit fortzuführen. − red

 

 

„Boarisch gschriem und glesn“, so hieß die Veranstaltung des Vereins Bairische Sprache in der Zieglerwirtsstubn des Heimathauses Traunstein. Der Vereinsvorsitzende Rudi Mörtl betonte: „Der Verein möchte zeigen, dass gute Literatur nicht immer in Schriftdeutsch geschrieben sein muss. Dialektliteratur ist erfrischend, bildhaft, geistreich und treffend“. Vier bairische Autoren, Gustl Lex, Prof. Dr. Hans Gärtner, Ernst Müller und Reinhard Hauswirth lasen aus ihren Werken.

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