Im Rahmen der Chiemgauer Kulturtage haben die Stadt Traunstein, vertreten durch die Stadtbücherei und der „Verein Bairische Sprache und Mundarten Chiemgau-Inn“ „Doctor Döblingers geschmackvolles Kasperltheater“ im ehemaligen Gebäude des AKG, dem heutigen Gesundheitszentrum Traunstein, zur Aufführung gebracht. Das Puppentheater ist bestens bekannt und die Karten waren im Vorverkauf innerhalb von wenigen Tagen ausverkauft. Josef Parzefall und Toni Frank haben den Figuren ihre Stimme gegeben und die war durchwegs bairisch. Der Kasperl und der Sepperl haben die Kinder zum ersten Mal beim Erklären der Theaterregeln mitgerissen wie z. B. nicht in der Nase bohren, den Kasperl freundlich begrüßen und dem Kasperl durch Zurufen helfen.

Im Stück ging es um den Räuber Blasius Wilderich, dieser stiehlt den Korb voller Heidelbeeren, die der Kasperl und der Sepperl gesammelt haben. Bevor ihn der Wachtmeister Wirsing stellen kann, muss er vorher von einem bösen Zauber erlöst werden. Nachdem das geklappt hat, stellt er den Räuber. Aber der Wilderich ist ein reuiger und netter Räuber und der Wirsing läßt ihn schließlich auf Anraten der Kinder frei. Auch die Erwachsenen waren begeistert, denn manche Szene und Bemerkung war durchaus auch für sie gedacht wie z. B. die „Änderung des Bindegewebes im Laufe der Zeit“. Auf die Frage, „Ist vielleicht eure Mami verliebt?“. „Jaaa“ haben viele Kinder geschrien. „Ja in wen denn, vielleicht in den Papi?“ Da ertönte aus einem Kindermund ein klares „Nein“. Die Kinder wurden in das Geschehen mit einbezogen und nie von oben herab oder mit erhobenem Zeigefinger behandelt. Das Spiel mit den Kasperl-Klischees, die satirische Figurenzeichnung und der schlaue Humor machen das Ganze auch für die Erwachsenen zu einer Mordsgaudi..

Am 21.02.2018 wurde im Paul-Gerhardt Kindergarten der Tag der Muttersprache gefeiert. Mitarbeiterinnen und Kinder trugen teilweise ihre Landestracht. Zu Beginn des Tages erzählte uns Pfarrerin Andrea Klopfer in einer kleinen Andacht etwas über verschiedene Sprachen . „Gott hat uns alle lieb“. Diesen Satz lernten wir sogar in drei verschiedenen Sprachen. In den einzelnen Erlebnisräumen wurden spezielle Projekte zum Tag der Muttersprache angeboten. Kinder im Erlebnisraum Rollenspiel buchten im Reisebüro eine Reise in ein fremdes Land und im Kinderrestaurant wurden Spezialitäten aus verschiedenen Heimatländern angeboten. (schwäbische Kipferl, bayerische Fleischpflanzerl mit Kartoffelsalat, Heringe, russische Pfannkuchen usw.) Im Atelier wurde die Familie mit Ihren verschiedenen Muttersprachen gezeichnet. Die Maxikinder erfuhren wie viele Kinder eine russische Matrioshka-Puppe im inneren versteckt und hörten dazu passend ein Lied und eine Geschichte. In der Bewegungsbaustelle wurde der bayerische“ Kickeriki“ getanzt und ein bayerisches Lied gesungen. Eine Mitarbeiterin zeigte den Kindern wie sich ein richtig fesches Dirndl draht und ein Bub konnte sogar Schuaplattln. Der Besuch des Kamerateams der Inn-Salzach-Welle war für uns alle sehr aufregend und der Höhepunkt dieses sehr schönen Tages. Man sah das leuchten in den Augen von Kindern und Mitarbeiterinnen wenn Sie in Ihrer Muttersprache sprachen und es ging einem das Herz wieviel Freude es allen bereitete den Tag der Muttersprache zu feiern.

 

Martina Frank, Kindergartenleitung Paul-Gerhardt-Kindergarten

Döberl und Hasinger

ein bairisches Musikkabarett zum Tag der Muttersprache

Die Gemeindebibliothek Burgkirchen a. d. Alz und der „Verein Bairische Sprache und Mundarten Chiemgau-Inn“ veranstalteten gemeinsam das Musikkabarett „Bissig-boshafter Bayern-Folk“ im Lesecafé der Bücherei. Thomas Geigenberger von der Bücherei begrüßte erfreut über den guten Besuch die Gäste, die durchwegs nicht dem allgemeinem „Bayernklischee“ entsprachen. Franz Eckl vom „Verein Bairische Sprache“ begrüßte das Publikum „auf guat Boarisch“, erzählte einiges über den Verein und warb für unsere Sprache.

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Kulturgut bairische Sprache soll lebendig bleiben Vorlesewettbewerb an der Comenius-Schule am "Internationalen Tag der Muttersprache" In Töging wird noch richtig "boarisch gredt": Diese Erkenntnis hat der Vorlesewettbewerb am Mittwochvormittag an der Comenius-Schule gebracht. Initiiert hatte das Mundartlesen am "Internationalen Tag der Muttersprache" unser Töginger Vereinsmitglied Ernst Müller − gemeinsam mit Martina Scherff, Lehrerin der 7. Klasse. Seit 2009 zähle der bairische Dialekt zu den gefährdeten Sprachen – in zwei Jahrzehnten werde es nach Expertenmeinungen keine bairische Mundart mehr geben, erklärte Müller den anwesenden rund 120 Schülern in der Aula. Der "Verein bairische Sprache und Mundarten Chiemgau-Inn e.V.", habe es sich zur Aufgabe gemacht, das "Kulturgut Bairisch" als Umgangssprache zu erhalten: "Ihr sollt die nächste Generation sein, die noch die Muttersprache redet!" Zwölf Vorleser, jeweils drei Schülerinnen und Schüler aus den vier Jahrgangsstufen der Schule, durften Texte in bairischer Sprache vorlesen.

v. links : Yassim Cavus; Philip Buchberger;
Joussef Mousa Cheikh

Angefeuert wurden die vier Lesegruppen lautstark von den Mitschülern mit dem Ruf "3, 2, 1 – boarisch!". Die Fünft- und Sechstklassler hatten als Lesevorlage "A Bazi-Gschicht in siem Draddsereien" – in der hochdeutschen Urfassung sind es Wilhelm Buschs sieben Streiche von Max und Moritz – zu meistern. Autor Dr. Hans Göttler führte mit dieser Mundart-Version den Reichtum und die Schönheit der bayerischen Sprache, mit Ausdrücken wie "Bodschampal", "Wehdam" oder "Falottn" vor Augen. Bemerkenswert: Unter die Vorleser reihten sich die Sechstklassler Yassim Cavus und Joussef Mousa Cheikh ein. Cavus ist in Deutschland geboren, hat aber marokkanische Wurzeln. Er war kurzfristig für einen erkrankten Klassenkameraden eingesprungen. Mousa Cheikh hingegen kam mit seiner Familie aus Syrien. Beide Buben lieferten eine glänzende Leistung und lasen ihre Texte gleich allen anderen Vortragenden im Stile von "Urbayern". Die Siebt- und Achtklassler hatten Auszüge aus Toni Lauerers Buch "I bin’s wieder" als Aufgabe.

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In der Grabenstätter Schule hat Bairisch seinen Platz

Das „Brettl“ kommt von den Brettern die die Welt bedeuten und ist in Bayern durchaus ein üblicher Begriff für Bühne, Kabarett und Theater. „Gromstätt“ ist der Ort „Grabenstätt“ etwas östlich vom Chiemsee gelegen und in der Nähe der Autobahn von Salzburg nach München. Die „Schui“, das ist die Grundschule in Grabenstätt. Eine Besonderheit dieser Schule ist ihre Leiterin Josefine Brunnhuber und ihr Engagement für die Bairische Sprache. So ist die Schule schon durch die „Zauberflöte auf Bairisch“ und das Musiktheater „Schuihof-Gschroa“ aufgefallen.

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„Boarisch gschriem und glesn“, so hieß die Veranstaltung des Vereins Bairische Sprache in der Zieglerwirtsstubn des Heimathauses Traunstein. Der Vereinsvorsitzende Rudi Mörtl betonte: „Der Verein möchte zeigen, dass gute Literatur nicht immer in Schriftdeutsch geschrieben sein muss. Dialektliteratur ist erfrischend, bildhaft, geistreich und treffend“. Vier bairische Autoren, Gustl Lex, Prof. Dr. Hans Gärtner, Ernst Müller und Reinhard Hauswirth lasen aus ihren Werken.

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