Dahlmeier im TV: „A bisserl Mundart ist hoffentlich erlaubt“

Für ihren neuen Job als TV-Expertin beim ZDF will die zweimalige Biathlon-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier vor der Kamera nicht künstlich auf ihren bayerischen Dialekt verzichten. „A bisserl Mundart ist hoffentlich erlaubt“, sagte die 26-Jährige im Interview der „Augsburger Allgemeinen“ und ergänzte: „Wenn es ein Tabu gewesen wäre, dann hätten sie wohl kaum bei mir angefragt

Gerald Huber (Redakteur beim BR, Historiker und Schriftsteller):

„Wer verlernt Bairisch zu sprechen wird verlernen, wie ein Baier zu denken und verliert schließlich seine Identität und seinen kulturellen Halt. Vielleicht wurde bairisch zu lange als folkloristische Zugabe zum Gamsbart gesehen und in die Komödienstadelprovinz abgedrängt. Dabei kann Bairisch durchaus modern und progressiv sein. Zukunft hat es nur, wenn die Baiern selbst an ihre Sprache glauben. Was dazu nottut, ist das Bewusstsein der Baiern, dass sie mit ihrer Sprache einen kostbaren Schatz besitzen und das Selbstbewusstsein, dieser Sprache wieder zu ihrem angestammten Recht zu verhelfen.“

mit Auswirkungen auf die bairische Sprache


Einheitssprache für alle Deutschen

  • Seit dem späten Mittelalter streben die deutschen Stämme nach einer überregionalen Schriftsprache. Die Erfindung des Buchdrucks und die weite Verbreitung von Luthers Bibelübersetzung treiben diesen Prozess voran.

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    Sprachliche Situation

    • Viele Mitbürger halten die bairische Heimatsprache für minderwertig und sprechen eine am Norddeutschen orientierte Umgangssprache.

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