Lieber Vian!

…. Ich habe mich sehr gefreut, die Sommerausgabe der Zeitschrift für „Bairische Sprache und Kultur“ zu erhalten. Ich danke Dir recht herzlich dafür, weil solche Zeitschriften literarische Kleinode sind, und es ist erfreulich zu wissen, daß man sich um die Mundarten und das Kulturgut kümmert. Man sollte sich auch um die schöne deutsche Sprache der Dichter und der Denker kümmern. Zur Zeit beginnt diese schöne alte Sprache zu verkümmern, weil das Englische sie wie ein Krebs unterwandert hat und die Anglizismen häufen sich und verdrängen die einzigartige deutsche Ausdrucksweise vom Platz. Für mich klingt das affektiert und prahlerisch, besonders wenn man versucht, die Aussprache der Hautevolee nachzuahmen. Das stellt die Nackenhaare auf! Die Artikel „Es war einmal…das Elsässische – Die Sprache zwischen Rhein und Vogesen“ fand ich sehr interessant, weil wir, die Waliser, gelitten haben wir müssen immer noch um den Erhalt unserer schönen Sprache kämpfen.

Walisisch ist keine Mundart, sondern eine eigenständige Sprache mit einer standardisierten Schriftsprache und einer gemeinsamen Literatur; und schon im sechsten Jahrhundert besteht der Beweis, daß diese Sprache schriftliche, dichterische Werke besaß.

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Vorstandsmitglied Hans Aicher schreibt an die Landtagspräsidentin Barbara Stamm

Sehr geehrte Präsidentin, liebe Barbara

…..Zu Beginn des Jahres wurde ich in den Vorstand des „Vereins Bairische Sprache“ gewählt. Sorgenfalten bereitet der Vereinsführung, dass gerade bei uns in Bayern der Stellenwert der Mundart im öffentlichen Leben nach und nach schwindet. Beginnend in den Kindergärten und weiter in allen Bereichen der Schulen und im Berufsleben geht unser Wortschatz weitgehend verloren bzw. gerät in Vergessenheit. Die Vorstandsmitglieder des Vereins haben sich sehr bemüht, z. B. am Tag der Muttersprache (21.2.2018) in öffentlichen Einrichtungen mit Kindern und Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Diese Aktion hat einen erfreulich guten Anklang gefunden. Allerdings wäre es wünschenswert, wenn sich bedeutende politische Entscheidungsträger für das Problem interessieren und Lösungsmöglichkeiten zur Förderung des Dialekts veranlassen könnten. Wir haben deshalb an Deine Erfahrung und Deinen Einfluss gedacht. Möglicherweise könnte eine Studie an einer, z. B. im Rahmen einer Dissertation an einer Universität Ursachen erforschen und Lösungs- bzw. Verbesserungsvorschläge erarbeiten. Für deine Bemühungen möchte ich mich bereits im Voraus im Namen des Vereins herzlich bedanken.

Mit freundlichen Grüßen

Hans Aicher

Erhalt der bairischen Sprache Entschlossenes und wissenschaftlich fundiertes Handeln ist jetzt notwendig. Traunstein/Feichten.

Die bairische Sprache hat’s schwer in der heutigen Zeit. Der Verein Bairische Sprache und Mundarten Chiemgau-Inn (BS) hat es sich deshalb unter anderem zur Aufgabe gemacht, bei Bevölkerung und Politik die Ohren zu öffnen für eine Sprache, die – wenn sie erst einmal weg gestorben ist – nicht wieder aufersteht. Das war auch eines der Themen in der jüngsten Vorstandssitzung des BS. Die bairische Sprache werde fälschlicherweise oft als minderwertiges Deutsch verkannt, monierte Vorsitzender Rudi Mörtl. Dabei sei sie um ein Vielfaches älter als die deutsche Schriftsprache, die Martin Luther seinerzeit aus den verschiedenen regionalen Sprachen und Mundarten gebildet habe, um die lateinische Bibel in eine für alle verständliche Sprache zu übersetzen. Die Sprache der Heimat zeige, wo ein Mensch herkommt.

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Leserbrief aus Wales

Swansea, den 31. Juli

 

Lieber Vian

Ich habe mich sehr gefreut, deinen lieben Brief mit den beigefügten Zeitschriften (Anm. der Red.: Es handelt sich um die Zeitschrift „Bairische Sprache“) zu erhalten. Diese Zeitschriften sind Schatztruhen literarischer und sprachlicher Leckerbissen. Ich war aber ganz erstaunt zu lesen, daß ausgerechnet die Bayern um den Fortbestand ihres Dialekts bangen müssen. Das hätte ich nie gedacht, weil die Bayern sehr stolz auf ihre Identität sind.

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Wir haben uns mit einem Brief am 17.2.2017 an Kultusminister Dr. Spaenle gewandt; der Brief ist in der letzten Ausgabe unserer Zeitung nachzulesen.Brief an Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle

Unser Schreiben bezog sich im Wesentlichen auf eine Untersuchung von Prof. Peter Maitz an der Uni Augsburg. Er kam insbesondere zu dem Ergebnis, dass die Schulbücher

- Weiter Dialekte als Sprachbarrieren hinstellen,

- Ein norddeutsches Hochdeutsch bevorzugen und

- Weiter die Vorurteile gegen den Dialekt stärken,indem sie ihm nur Nischen zuweisen und als untauglich für die Alltagskommunikation, die Arbeitswelt   und die Öffentlichkeit hinstellen.

Wir haben darum gebeten sicherzustellen, dass Schulbücher beschafft werden, die dem Kulturauftrag zur Erhalt unserer Sprache gerecht werden. Das Kultusministerium hat darauf geantwortet und wir möchten aus dem langen Schreiben den Abschnitt der die Schulbücher betrifft, hier wiedergeben.

Auszug aus dem Brief von Kultusminister Spaenle vom 13. April 2017

Die Entwicklung neuer Schulbücher liegt in der Hand der Schulbuchverlage, die für deren Inhalte verantwortlich sind. Allerdings haben sie sich an einen umfassenden Kriterienkatalog zu halten. Die zentrale Grundvoraussetzung stellt dabei die Erfüllung des Lehrplans dar, d. h. auch die Berücksichtigung des Themas Dialekt in den jeweiligen Fächern und Jahrgangsstufen. Lernmittel haben darüberhinaus den fächerübergreifenden Auftrag zur Pflege der deutschen Sprache zu berücksichtigen, wobei der süddeutsche Sprachstandard leitend sein soll. Bevor eine Verlagspublikation als Schulbuch in Bayern förmlich zugelassen wird, wird es sorgfältig durch das Bayerische Staatsministerium für Bildung, Kultus, Wissenschaft und Kunst geprüft. Eingereichte Prüfstücke werden u. a. von zwei vom Staatsministerium ausgewählten und bestellten Sachverständigen unabhängig voneinander anhand von vorgegebenen allgemeinen und fachspezifischen Kriterien begutachtet (Kriterienkataloge im Internet unter https://www.km.bayern.de/lehrer/unterricht-und-schulleben/lernmittel.html) Das Staatsministerium wird auch bei den zukünftig eingereichten Schulbüchern besonders auf diese landestypischen Aspekte achten, um mögliche Tendenzen in Richtung einer diskriminierenden Darstellung zu vermeiden.“

Diese Antwort liest sich nicht schlecht. Es bleibt aber ein offensichtlicher Widerspruch zu dem Untersuchungsergebnis von Prof. Maitz.